Beschichtung und Lärmschutz

 

Das Sicherheitskonzept im Tunnel Hornberg

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem  sich die Rohbauarbeiten Anfang Oktober 2004 dem Ende entgegen neigten, begannen zeitgleich die letzten Arbeiten vor dem Einbau der Betriebstechnik:

Lärmschutzelemente im Bereich der Portale

Am 4. Oktober 2004 rückte eine Spezialfirma an, die die Innenwand des Südportals mit schallabsorbierenden Elementen verkleidete.

Auf einer Länge von rund 40 Metern werden die jeweils letzten 40 Meter der Betonröhre mit schallabsorbierenden Elementen versehen:

Diese bestehen aus einem speziellen Lochprofil, das mit Lärmschutzmatten gefüllt und an den vorgesehenen Befestigungselementen "eingeklickt" wird.

Man erwartet, dass der Schallpegel im Bereich des Tunnelportals um 10 bis 18 Dezibel abnimmt; die Abnahme der Lautstärke um 10 dB wird vom menschlichen Ohr als Halbierung empfunden!

Das Anbringen der Elemente lief in den "freien Bereichen" zügig ...

...während das Einpassen von künftigen Betriebseinrichtungen manchmal mehr Zeit erforderte...
... und im Bereich des Portals, bedingt durch die Notwendigkeit dass die Elemente an den Portalmund angepasst werden mussten.

Bereits Mitte Oktober konnten diese Arbeiten am Südportal abgeschlossen werden.

Aufnahmen von Anfang bis Mitte. Oktober 2004

                                                                                                                 Das "fertige Portal" von Innen ...

 

    ... und Außen

Der fertige Firstbereich, mit den entsprechenden Aussparungen für Belüftung, Verkehrszeichen und Beleuchtung.
Auch hier, am Ende der Röhre gibt es noch Nischen für die Brandnotfallbeleuchtung. Darüber die Aussparung für die Beleuchtung bzw. Kennzeichnung der Nische.

 

Aufnahmen vom 17. Dezember 2004

Ein herrlicher Blick aus der Tunnelröhre - Fahrbahn, Lärmschutzwand und Bauwerk 5 sind fertig. Der Blick geht "auf die andere Seite". Dort wird das graue Band der neuen Stützwand der B33 sichtbar. Im Anschluss an die erste Brücke haben die Arbeiten an der zweiten Brücke begonnen.

Endzustand Südportal - Dezember 2004

 

Die Beschichtung
Direkt im Anschluss an die Arbeiten der ATH, der fertig hergestellten Beton-Innenschale, begann die Firma SPESA mit dem nächsten Arbeitsschritt - dem Aufbringen der Beschichtung:

Deren Aufgabe ist es, bei künftigen Reinigungsarbeiten eine glatte, gut zu reinigende Oberfläche zur Verfügung zu stellen.

Seit November 2004 laufen nun in der Röhre diese Arbeitsschritte, bevor im Frühjahr 2005 die eigentliche Betriebstechnik eingebaut werden kann.
Die Beschichtung selbst wird in drei Schritten aufgebracht, das Material hierfür wird in der  Tunnelröhre bevorratet. Hierfür wurden eigens mehrere "Schleusen" eingebaut - mit Heizgeräten wird die Temperatur im Bereich des Einbaus der Beschichtung auf über 12 °C gehalten.

Noch acht Monate über die Bauzeit der Röhre hinaus wird die ATH die Beleuchtungseinrichtung in der Röhre aufrecht erhalten müssen.

Blick in Richtung Nordportal:

Deutlich erkennt man den unterschiedlichen Verarbeitungszustand - die (hier) linke Tunnelwand hat den ersten Arbeitsschritt hinter sich. Dabei wird mit einer speziellen Spachtelung die aufgeraute Betonoberfläche Block für Block vollständig eben gemacht. Luftlöcher (so genannte Lunker) werden so versiegelt. Darüber erfolgt dann eine Feinspachtelung, die völlig eben geschliffen wird. Auf diese folgt dann die eigentliche Beschichtung, die eher einer Lackierung gleicht. Deutlich erkennt man rechts die hellere fertige Beschichtung.

Blick in die Röhre; im Bildhintergrund das (verhüllte) Nordportal, durch das noch ein wenig Tageslicht hereindringt. Deutlich erkennt man die fertige Beschichtung. Nun müssen noch abschließende Reinigungsaufgaben erfolgen:

10. Dezember 2004        

Arbeitsplatz "Sandstrahlen der Innenschale":

... (ohne Worte) ...        

 

Meter um Meter arbeiten sich die Arbeiter mit dem Sandstrahlgerät durch die Röhre. Mit einer speziellen Abdeckung wird die Oberkante der späteren Beschichtung vor dem Strahlgerät geschützt. Somit bildet sich eine scharfe Linie; die spätere Oberkante der Beschichtung.

Deutlich der Unterschied zwischen der sandgestrahlten, rauen, Oberfläche im unteren Bildabschnitt und der  glatte Betonschicht  der Innenschale im Bereich einer Nische.

Sobald dieser Arbeitsschritt beendet ist, endet mit der Bauübergabe der Auftrag der ATH - der Tunnelrohbau (Bauwerk 4) ist fertig gestellt!

Dann (Mitte Dezember 2004) gehen die weiteren Ausbauarbeiten in die Hände des Straßenbauamtes  bzw. der Straßenmeisterei über. Diese zeichnet dann für die Installation der gesamten Betriebstechnik verantwortlich. Parallel schließt der Subunternehmer, der die Beschichtung aufbringt, seine Arbeiten ab.

Blick in die Röhre, auf Höhe der ersten Pannenbucht:

Die Lunkerspachtelung ist aufgebracht und verschliffen. Nun kann die Beschichtung aufgebracht werden - wofür es genau vorgeschriebene Temperaturgrenzen gibt, weswegen die Röhre in mehrere Kammern abgetrennt ist, die ggf. beheizt werden.

Im hinteren Bereich sind gerade die Sandstrahlarbeiten im Gange...

Blick durch die Röhre. An der Zwischendecke erkennt man den Standort:

Übergang von der "offenen Bauweise" in die bergmännische Bauweise (Block 5-6). Aufnahme vom 23. Dezember 2004 - die Beschichtung ist fertig, es folgen noch Aufräumarbeiten, bevor dann die Betriebstechnik eingebaut werden kann.

In dieser Aufnahme sind die Arbeiter gerade dabei die Lunkerspachtelung aufzubringen. Deutlich erkennt man nach rechts die sandgestrahlte (und damit aufgeraute) Innenschale, im mittleren Abschnitt wird die Spachtelung aufgebracht, links ist die erste Spachtelung abgeschlossen.

Sind alle Vorarbeiten soweit abgeschlossen, dann schaffen die Arbeiter pro Tag etwa 10 Blöcke.

Eine Nische (für die Brandnotbeleuchtung, die später hier eingebaut wird) wird gespachtelt - Fingerspitzengefühl ist erforderlich.

Ist die Lunkerspachtelung getrocknet, wird sie noch einmal überschliffen und erneut gespachtelt. Dies ergibt die Grundlage für die eigentliche Beschichtung - ein Polycarbonat. Dieses wird nach dem Aushärten sehr hart  und die erleichtert späteren Reinigungsarbeiten.

Sobald die Beschichtung (insgesamt 1,2 Millimeter) ausgehärtet ist, wird der Übergang sauber gemacht. Die Abdeckung (Klebestreifen und Folie) wird entfernt, die Innenschale mit dem Spachtel abgekratzt.

Am Ende bleibt so eine völlig glatte, glasharte Oberfläche:

 

Aufnahmen vom 12. Januar 2005

Der Beschichtungsvorgang im Überblick:

Nachdem die Lunkterspachtelung aufgetragen, verschliffen und noch einmal Feingespachtelt wurde, wird mittels Spritzpistole und Kompressor die eigentliche Beschichtung, ein Polycarbonat, aufgebracht:

Das benötigte Material wird an Ort und Stelle vorbereitet...
Ein Kompressor liefert die benötigte Druckluft...

und schließlich wird Eimer für Eimer das Polycarbonat über die Spritzpistole auf die vorbereitete Oberfläche aufgesprüht. Überall hängt ein feiner Sprühnebel in der Luft...
....die schummrige Beleuchtung sowie die "Verpackung" der Arbeiter bewirken eine gespenstische Atmosphäre...

...."Hilfe....."

die "Marsmenschen" greifen an....

....

Dabei ist's nur ein Arbeiter beim Auftragen der Beschichtung...

 

 

5. März 2005

Geht man von hier aus weiter in Richtung Südportal, so trifft man auf eine transportable Arbeitsbühne, von der aus die Feinspachtelung noch einmal abgeschliffen wird, damit der Untergrund möglichst glatt wird, bevor dann die Beschichtung aufgebracht wird.

 

Klick für kurze Videosequenz (1,2 Sekunden326 KB)

Blick in Richtung "Norden". Im Bereich von Block 147 (Ende der Zwischendecke) wurde gerade die "rechte" Tunnelseite beschichtet. Deutlich erkennt man die Schutzfolien oberhalb der Beschichtungsgrenze. Nun rückt der "Bautrupp" zum nächsten vorbereiteten Block weiter. Das Polycarbonat glänzt in der Arbeitsbeleuchtung noch feucht ...

... genauso wie in der zweiten Pannenbucht, wo die Beschichtung wenige Stunden zuvor komplettiert wurde. Der im Tunnel Hornberg erstmals angewendete "Anprallschutz" in den beiden Pannenbuchten wurde zur besseren Sichtbarkeit und auch im Hinblick auf die Reinigungsarbeiten ebenfalls beschichtet.

Sobald die Beschichtung soweit "angetrocknet" ist, wird sie in regelmäßigen Abständen auch von der Bauüberwachung kontrolliert:

Hierzu wird eine Messschablone in den Untergrund gedrückt - Farbrückstände auf der "Zahnspachtelung" ermöglichen die zuverlässige Feststellung der eigentlichen Schichtdicke.

Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind und die Beschichtung nach einigen Tagen ihre höchste Härte erreicht hat, beginnen weitere Arbeiten, die der späteren Sicherheit dienen:
So erhalten die künftigen Fluchttüren zu den Quer- bzw. Fluchstollen eine auffällige, grüne Umrandung. Diese wird auf der Beschichtung angebracht.

 

Hier eine Ausgangstür (Storenwald 1) mit vorbereitetem Untergrund (abgeklebte Beschichtung):

Unmittelbar im Bereich der Querstollen weisen große Hinweispfeile auf die Fluchtmöglichkeit.

Diese zusätzlichen Markierungen sind ebenso wie die großen Blocknummern (s. unten), die derzeit ebenfalls angebracht werden, eine Neuerung in der Sicherheitstechnik.

Im Notfall genügt so später ein "Schulterblick", um den genauen Standort zu ermitteln. Die Notgehwegbeleuchtung sowie die spezielle Kennzeichnung der Fluchtstollen entsprechen somit dem neusten Stand der Sicherheitstechnik - eine erfreuliche Entwicklung für die künftigen "Passanten"...

Übersicht über einen "fertigen" Querstollen mit Fluchttüre:

Langsam aber sicher erhält der Tunnel nun sein endgültiges Gesicht...

    5. März 2005

Mitte März haben die Beschichtungsarbeiten das Südportal erreicht. Rechtzeitig mit der sich verbessernden Witterung konnten auch hier im Außenbereich dann die Beschichtungsarbeiten durchgeführt werden.

Blick in die Röhre (vom Südportal aus in Richtung Norden). Am rechten Bildrand erkennt man einen der Heizlüfter, die bei Minusgraden außerhalb der Röhre dafür zuständig waren, im Inneren immer die optimale Verarbeitungstemperatur für das Polycarbonat zu halten. Gerade am Ende, beim Erreichen des Südportals lieferten diese Heizlüfter gute Dienste.

18. März 2005       

Ende März waren die Beschichtungsarbeiten dann soweit abgeschlossen. Nun folgten noch diverse "Abschlussarbeiten", wie das Einbringen einer Abdichtung zwischen Innenschale und Notgehweg. An einigen wenigen Stellen folgen dann noch "Nacharbeiten", bevor nach der abschließenden Reinigung der Röhre die Abnahme dieser Arbeiten erfolgt. Somit endet der Auftrag SPESA (vgl. auch "Projektbeteiligte").

Im Bild die fertige "Blocknummer" in einem der letzten Blöcke, kurz vor Erreichen des Südportals.

31. März 2005

                                               ZURÜCK (Herstellung der Innenschale)

VORWÄRTS (Betriebstechnik)             

 

 

 

 

 

Aufbau der Beschichtung:

In der Abbildung erkennt man den Aufbau der Beschichtung deutlich:

Zunächst wird die glatte Betonoberfläche mit einem Sandstrahlgerät aufgeraut, dann folgt die Lunkerspachtelung (Bildmitte weiß). Diese wird dann mit einer ersten Polymerschicht (hier in der Abbildung ins beige gehend) versehen. Auf diese erste Schicht, die im Anschluss noch einmal geglättet wird, wird dann die eigentliche Polymerbeschichtung (als Schutz vor den Abgasen sowie zur Vereinfachung der späteren Reinigungsaktionen) aufgebracht. Die Schichtstärke beträgt insgesamt rund 1,2 Millimeter.

Die Beschichtung lässt die Röhre dann gleich heller erscheinen:

 

Blick auf das Probefeld in Block 7

Deutlich erkennt man in dieser Aufnahme den Unterschied zwischen der sandgestrahlten, rauen, Oberfläche im unteren Bildabschnitt und der  glatten Betonschicht der Innenschale im Bereich einer Nische.

Und hier der Blick auf die fertig beschichtete Nische, wenige Tage später:

An der Oberkante ist noch die Folie (Spritzschutz) für die exakte "Kantenführung" zu erkennen. Der Hydrant ist ebenfalls noch "eingewickelt", der Gehweg abgedeckt.

Nachdem die eigentliche Beschichtung (letzte Schicht) aufgebracht wurde, bleibt eine extrem glatte, glasharte Oberfläche zurück, die ideal für künftige Reinigungsarbeiten geeignet ist.
Kontrollen

Um die Qualität der Oberfläche objektiv prüfen zu können, wird eine Haftprüfung durchgeführt:

Ein Stempel wird auf der frischen Beschichtung angebracht. Dieser bindet ab und wird mit dem Messgerät verbunden  ...

Nun wird mit dem Messgerät ein Widerstand gegen die Tunnelwand aufgebaut. Erfasst wird, bei welchem Druck sich die Beschichtung ablöst. Dieser Messwert wird erfasst und unterliegt bestimmten Grenzwerten.

7. Dezember 2004

Zurück bleibt ein Block mit einer Stelle, bei der ein Stück Beschichtung "ausgerissen" ist (Bild unten) und der Messwert (Bild links).

Neben der Haftprüfung werden auch bei dieser Maßnahme laufend Sichtkontrollen durch die BÜ durchgeführt.

Hier Herr Geiger von der Fa. BUNG bei der Vorabnahme. Hier werden alle Arbeitsschritte auf korrekte Ausführung überprüft. Eventuelle Fehler werden protokolliert und in Absprach mit dem Auftragnehmer nachgearbeitet.

Nach dieser Vorabnahme erfolgt die gemeinsame und endgültige Bauabnahme.

Eine Weitere Kontrolle bezieht sich auf die Dicke der Beschichtung. Hierzu wird eine Messschablone in den Untergrund gedrückt - Farbrückstände auf der "Zahnspachtelung" ermöglichen das Ablesen der Schichtstärke.

Hier die Detailabbildung der Beschichtungsmessungs-Schablone. Sie liegt hier auf einem Stück Beschichtung, das in einem Block abgeplatzt ist.
Eine Vielzahl weiterer Messungen, wie hier im Bild z.B. die "Reflektionsbestimmung" (d.h. auf elektrooptischem Weg wird die Stärke gemessen, in welcher das eingestrahlte Licht reflektiert wird) runden die Kontrollen ab. Oft werden solche Messungen von den Firmen selbst ("Selbstkontrolle") vorgenommen.