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Bauwerk 4

   26.03.2002: Tunnelanschlag

12.02.2003: Durchschlag

 3. Juli 2006: Verkehrsfreigabe    

Menschen bei der Arbeit

Luftbilder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tunnelvortrieb

Auf den ersten Metern waren zunächst spezielle Sicherheitsmaßnahmen vonnöten:

Zu sehen ist die Abdeckschürze am Tunnelportal sowie die Arbeitsbühne, mit der die Schürze gerade für eine bevorstehende Sprengung heruntergelassen wird.

Rechts ragt eine Lafette des Bohrwagens ins Bild

Jedes Mal ein besonderes Erlebnis: Der Moment der Sprengung - Wer genauer hinsieht, kann die weit herausfliegenden Gesteinsbrocken erkennen.            Sprengung vom 26. April 2002

Nach der Sprengung wird die erste Außenschale mit Ankern, Baustahlmatten und Spritzbeton eingebaut. Diese erste Sicherung ist, bei gutem Gestein, ca. sieben Zentimeter dick:

 

 

 

Insbesondere bei nächtlicher Beleuchtung bietet sich dem Betrachter am Norportal ein atemberaubendes Bild.

 

Dies ist das computergestützte Bohrgerät, der Bohrwagen mit seinen drei Lafetten, bei der Arbeit in der Röhre: Der Bohrwagen arbeitet an der "Kalotte".

Die Vortriebsarbeiten erfolgen in bestimmten  Abschnitten (Vortriebsbeginn und Ende sowie unter Taleinschnitten) zweigleisig: Zunächst wird die Tunnelwölbung (="Kalotte") abgebaut, danach die so genannte "Strosse".

 

 

Im Bild rechts erkennt man den "Normalzustand" - im so genannten  Vollausbruch wird pro Sprengung eine weitaus größere Fläche vorangetrieben; die "Ortsbrust" hat eine Fläche von rund 80 qm.

Pro Tag erreicht man so einen Vortrieb von bis zu 12 Meter!

 

Dieses Bild wurde aus der (nach oben ausgefahrenen) Führerkabine des Bohrwagens aufgenommen. Nach rechts kreuzt eine Lafette (der Bohrer ist in Bildmitte rechts zu sehen). Von der zweiten Lafette sieht man nichts, die dritte ist als Schatten oben rechts gerade noch zu erahnen.

Die Männer auf der "Arbeitsbühne" sind dabei, die bereits fertigen Bohrlöcher mit Sprengstoff zu füllen.

Immer wieder ein imposanter Anblick, wenn man so nahe bei der mächtigen Ortsbrust steht.

Wenn man bei rund 800 Meter im Tunnel steht und den Blick in Richtung Nordportal richtet, ist es doch verwunderlich, wie schnurgerade der Tunnel verläuft.

Damit dies auch funktioniert, sind aufwändige Messungen vonnöten: Wie man auch auf dem Bild erkennen kann (rechter Bildrand - roter Strahl), wird die Vermessung via Lasertechnik durchgeführt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein via Notebook gesteuerter Punkt-Laser (Linkes Bild: unten Notebook, oben Laser - Signallampen zeigen den Standort) wirft einen scharf begrenzten Strahl in Richtung der Ortsbrust. Wenn sich Stäube in der Tunnelluft befinden, ist dieser Strahl deutlich zu sehen (siehe auch im oberen Bild, rechter Bildrand); ansonsten nimmt man den Laser nur in Form eines roten Punktes auf der Ortsbrust wahr. Neben dem Punklaser ist für die Profilierungsarbeiten der Servolaser im Einsatz.

Die Vermessungsarbeiten (siehe auch Projektbeteiligte) werden ständig von der Firma Angermeier, diese arbeitet im Auftrag der ATH, durchgeführt - sie sorgen dafür, dass der Tunnel auch garantiert dort wieder ans Tageslicht kommt, wo die Planer dies vorgesehen haben.

Betritt man während der Spritzbetonarbeiten beim Sichern der Ausbruchslaibung den Tunnel, muss man sich auf eine staubige, aggresive Luft gefasst machen.

Man erkennt hier einen Spritzzug beim so genannten Nassspritzverfahren (Aufnahme vom 22.11.02) an der Ortsbrust.

Um den Spritzbeton bei der ersten Sicherung auf das Gewölbe aufzutragen wird ein "Spritzmobil" eingesetzt;  hierbei wird eine Lafette verwendet, an deren Ende eine per Joystick gesteuerte Spritzdüse angebracht ist.

 

Im Bild oben rechts erkennt man diese Lafette; ein Scheinwerfer leuchtet die zu bearbeitende Stelle aus. An der Spritzdüse vermischen sich der mit dem Betonmischer herantransportierte fertige Beton und eine Chemikalie (sog. Erstarrungsbeschleuniger), die dafür sorgt, dass der Spritzbeton in der ersten Phase recht schnell mit dem Abbinden beginnt.

Nicht immer läuft alles wie geplant:

Hier sind die Mineure gerade dabei die "bockige" (weil verstopfte) Spritzdüse wieder in Gang zu bringen.

(Aufnahme vom 22.11.02)

Auf dem Rückweg von der Ortsbrust zum Nordportal passiert man die erste Pannenbucht: Wenn man Glück hat, bietet sich hier ein einmaliger Blick:

Man sieht "Licht am Ende des Tunnels"

(Aufnahme vom 04.12.02)

Barbara-Feier: 

Am 4. Dezember 2002 fand traditionell die Barbarafeier im Tunnel statt:

Bei Tunnelmeter 80 wurde vor geladenen Gästen ein Gottesdienst zu Ehren der heiligen Barabara gefeiert - die Lesung wurde dabei von der Tunnelpatin (Bild rechts, zweite von rechts) Birgit von Ungern-Sternberg vorgenommen:

 

 

Bei der Feier durfte die Barbarastatue, reich geschmückt auf einem Felsbrocken, nicht fehlen:

 

 

"Infos zur heiligen Barbara"

 

Am 6. Dezember war dann ein weiterer wichtiger Abschnitt beendet:

Die zweite Pannenbucht, ca. 40 Meter lang und mit verbreitertem Tunnelquerschnitt ist fertig gestellt:

Blick in Richtung Ortsbrust, vom "Eingang" zur Pannenbucht aus fotografiert. Der Tunnelbagger links steht vor dem gerade angeschlagenen Querstollen "Storenwald 1".

(Aufnahme vom 11. Dezember 02)

Hier der Hochbagger Broyt beim Schuttern an der Ortsbrust am 20.12.2002, dem letzten Arbeitstag vor der wohlverdienten Weihnachtspause.

Gleich nach der Pause konnte die Tagesabbauleistung wieder auf rund 10 Meter (Vollausbruch) gesteigert werden. Beim Fluchtstollen Ziegelgrund wurde ebenfalls mit Hochdruck gearbeitet.

Somit fiel auf der Tagesdeponie merklich mehr Ausbruchsmaterial an: An Spitzentagen wurde in dieser Zeit über 3000 Tonnen geschuttertes Gestein verladen und abtransportiert:

Aufnahme vom 14. Januar

Noch vor der Weihnachtspause begannen am Nordportal die Arbeiten für den weiteren Ausbau der Tunnelröhre:

Die Hornberger Firma Kaltenbach begann mit den Betonarbeiten für die künftige Sohlplatte. Hierzu musste zunächst die Sauberkeitsschicht hergestellt werden:

Begonnen wurde hierbei mit den Blöcken eins bis fünf, d.h. unmittelbar vor dem Portal der bergmnnischen Bausweise. Am 14. Januar waren die Arbeiten auf der rechten Tunnelseite abgeschlossen, die Fahrbahn konnte auf die rechte Seite verlegt werden:

Immer wieder faszinierend ist der Blick aus der nach oben ausgefahrenen Kabine des Bohrwagens an der Ortsbrust:

Man erkennt die Arbeiter auf der Arbeitsbühne; diese lässt sich über einen Joystick an jeden beliebigen Punkt der Ortsbrust steuern und dient hier zum Beladen und Verkabeln der Sprengsätze.

Im Bildvordergrund sieht man das Display des Bohrwagens. Auf ihm werden die berechneten Sprengleitbilder angezeigt, mit deren Hilfe die Mineure die einzelnen Lafetten für die rund 160 Bohrlöcher positionieren können.

Während die Lafetten noch die letzten Sprenglöcher bohren, werden die fertigen Bohrlöcher bereits mit Sicherheitssprengstoff beladen.

Neben den Hauptvortriebsarbeiten an der Tunnelröhre muss der Bohrwagen auch immer wieder für "niedere Tätigkeiten" herhalten:

So müssen, in genau geplanten Abständen, immer wieder so genannte "Nischen" seitlich in die Tunnelwände gesprengt (und zuvor gebohrt) werden - hier finden sich später Notrufboxen, Elektrische Anlagen und "Spülschacht Nischen"(sie dienen zum Spülen der Bergwasserdrainagen an beiden Tunnelseiten).

 

Aufnahme vom 21. Januar

Ab Mitte Januar liefen die Vortriebsarbeiten auf Hochtouren:

Nach dem Durchschlag des Fluchtstollens in den Ziegeldobel am 25. Januar wurden die Vortriebsarbeiten an den Fluchstollen Storenwald 1&2 gezielt in Angriff genommen. Am Nordportal wurde mit der  Sauberkeitsschicht für die spätere Sohle begonnen, der erste Profilwagen wurde geliefert und aufgebaut. 

Vor Ort war eine täglich steigende Spannung zu spüren:

Zunächst bewegte man sich noch in bestem Fels, dann ging es immer schneller dem Ende entgegen. Dies bedeutet, dass die "Überdeckung" der Tunnelröhre (die Felshöhe über dem Tunnelfirst) täglich geringer wurde - der Durchschlag rückte näher.

Aus diesem Grund wurde der Vortrieb am 6. Januar wieder zweigeteilt; auf den letzten Metern wurde nun zuerst die Kalotte "durchgezogen" - erst nach dem Durchbruch wird dann die Strosse "nachgezogen".

Auf dieser Aufnahme vom 5. Januar ist die "beladene" Ortsbrust bei Tunnelmeter 1760 zu sehen.

Deutlich erkennt man die aus den Bohrlöchern (hier noch Vollausbruch mit einer Bohrtiefe von drei Meter) herausragenden Zündkabel, die unmittelbar vor der Sprengung miteinander verdrahtet werden.

Auf Grund der zwischenzeitlich langen Schutterwege (pro Fahrt waren es am Ende über 3500 Meter !) wurde die Zeit zwischen den Abschlägen immer "enger".

Den Mineuren blieb kaum noch Zeit, um weitere Arbeiten auszuführen. Das Nachziehen der Lutte (Stoffschlauch zur Bewetterung) gelang so meist nur noch bei "erzwungenen Pausen" auf Grund von  "Materialausfall" (defekter Bohrwagen, "unwillige" Mulden,...):

Arbeiten an der Lutte am 7. Februar

Man erkennt den Radlader, der die Verlängerung der Stofflutte transportiert. Auf der rechten Bildseite sieht man den Wagen mit den zwei Arbeitsbühnen; diese ermöglichen das sichere Arbeiten im Firstbereich.

Während in der Tunnelröhre die Arbeiten auf vollen Touren liefen, bot sich am Nordportal in den Nachtstunden auf Grund der späten Schneefälle ein idyllischer Anblick.

Aufnahme vom 30. Januar

Dann ging es Schlag auf Schlag:

Die Mineure trafen wie vorberechnet bei Tunnelmeter 1788 auf den Rohrschirm (die vom Voreinschnitt Süd her gefertigte Hangsicherung).

Nun stieg die Spannung mit jedem Abschlag. Mit der letzten Sprengung am 11. Februar erreichte man dann den Hangschutt:

Auf dieser Aufnahme (erstellt nach dem Schuttern und den Sicherungsarbeiten in der Nacht zum 12. Februar) erkennt man (im Tunnelquerschnitt links oben) deutlich den Farbunterschied zwischen Fels (Bildrand rechts) und Hangschutt (links).

Ab diesem Moment musste mit äußerster Sorgfalt weitergearbeitet werden.

"Der Durchschlag"  -  ausführliches "Tagesprotokoll"

Nachdem der lose Hangschutt mehrfach mit dem Tiefbagger herausgekratzt und dazwischen immer wieder gesichert wurde zeigte sich, dass noch eine letzte Sprengung vor dem Durchschlag durchgeführt werden muss, um letzte Felsnasen im Durchschlagsbereich zu zerkleinern.

Hierfür wurden mit dem Bohrwagen einige Sprenglöcher gesetzt.

Um 17.22 Uhr war es dann soweit:

Letztmals fährt der Bagger vor die zwischenzeitlich freigelegte Spritzbetonschale - der Motor heult auf ...

Das "Team Thüringen" schafft den Durchschlag - die letzten Lichtstrahlen eines spannenden  Tages dringen in den Tunnel.

Im Anschluss an den Durchschlag erfolgte im Beisein der Tunnelpatin Birgit von Ungern-Sternberg eine kleine Feier, ehe dann im Mannschaftsquartier "Bären" derselbe los war:

Mineure, Bauleitung und Vertreter des Bauherrn feierten mit der anwesenden Prominenz dieses denkwürdige Ereignis.

Die direkt im Anschluss an den Durchschlag ausgeführten Vermessungen zeigten, wie exakt der Tunnelvortrieb durchgeführt wurde:

In horizontaler Richtung lag die Abweichung bei nur drei Millimeter, die vertikale bei zehn Millimeter.

In den Tagen nach dem Durchschlag mussten im Firstbereich einige Profilierungs- und Sicherungsarbeiten durchgeführt werden. Zudem wurde der rechte Teil der Kalotte noch vollständig ausgeräumt. Am Ende blieb zunächst noch die Spritzbetonhülle als Wärmedämmung stehen.

In dieser wurde das Loch des Durchschlags noch einmal vergrößert, um die Belüftung der Tunnelröhre zu verbessern - zeitgleich begannen die Mineure mit dem Rückbau der Lutte (Stoffschlauch zur Bewetterung).
Nachdem die Kalotte bis zur Spritzbetonhülle vorgezogen war, wurde zuerst die "Rampe" (ab ca. TM 1765) mit dem Tunnellader abgebaut.

Dann begann letztmals der Vortrieb an der Strosse:

Aufnahme vom 20. Februar

Ein besonderes Augenmerk lag in dieser Phase auf den Sicherungsarbeiten:

Im Bild links erkennt man den Tunnelbagger bei Arbeiten am Übergang zwischen der (bereits zuvor gesicherten) Kalotte und der (noch ungesicherten) nachgezogenen Strosse. Auf dem rechten Bild ist der "Spritzbüffel" unmittelbar vor der "halben Ortsbrust", auch hier erkennt man (linker Bildrand) deutlich die Unterteilung von Kalotte und Strosse.

Die Strosse besteht auf den letzten Metern immer noch aus massivem Fels. Für die Abschläge müssen deshalb immer wieder Sprenglöcher gebohrt werden.

Blick aus dem Bohrwagen, 21. Februar

Auch auf diesen letzten Metern bieten sich immer wieder beeindruckende Bilder:

Hier der Tunnelbagger bei Räumarbeiten an der Strosse. Die Aufnahme wurde unmittelbar von der Durchschlagsöffnung mit Blickrichtung Norden gemacht - im Bildvordergrund erkennt man die Kante der Strosse (ca. TM 1790).

21.02.03

Am Morgen des 25. Februar wurde dann die rund 15 cm starke Spritzbetonschicht des Voreinschnitts Süd abgeräumt - zum ersten Mal erhält man einen freien Einblick von Süden her.

Nachdem die Sicherungsarbeiten soweit abgeschlossen waren und die Vortriebsarbeiten sich auf die Fluchtstollen Storenwald 1 & 2 konzentriert haben, wurde am Südportal die Luftbogenschale (die später die Verbindung zwischen "bergmännischer" und "offener Bauweise" bildet) hergestellt:

Hierzu werden zunächst Ausbaubögen aufgestellt, die dann wie üblich mittels Bewehrung und Spritzbeton gesichert werden.

Noch einmal der Blick auf das Südportal - jetzt jedoch mit den Ausbaubögen für die Luftbogenschale.

6. März  

Am 11. März ist die Bewehrung für die Luftbogenschale fertig gestellt:

Hier der Blick von der Spitze des Voreinschnitts Süd direkt auf die abgedeckte Bewehrung - noch vor dem Betonieren.

Am Nordportal war zwischenzeitlich der Schalwagen fertig aufgebaut, das Tageslager hatte nur noch wenig Material vom Ausräumen aufzunehmen.

 

11. März   

Blick von der Führerkabine des Baukrans aus in Richtung Hornberg - in der Bildmitte erkennt man den Schlossberg, der künftig vom Tunnel (der in Blickrichtung rechts vom Kran in den Berg führt) durchquert wird. Noch schlängelt sich der Durchgangsverkehr auf der B33 mitten durch Hornberg.

18. März 2003

                   VORWÄRTS (Herstellung der Innenschale)

3. PHASE (Installation der Betriebstechnik)